studienauftrag weiere sauna st. gallen - 2017

Die Frauenbadi (1896-97) von Stadtbaumeister Albert Pfeiffer ist klar konzipiert und ausdrucksstark. Die Pavillons sind streng symmetrisch angeordnet, nehmen konzeptionell aufeinander Bezug. Sie erscheinen trotz der für den „Sommer gedachten leicht und lockeren Wirkung“ als einheitliches Ganzes. Die Symmetrie ist sportlich, dem Gelände angepasst, die vier Seitenflügel sind abgewinkelt und erscheinen im Grundriss wie die Ruder eines Bootes. Die Symmetrieachse wird durch die Höhe der Bauten, die Richtung der Firste und den zentralen Steg, der die Hauptbauten verbindet, betont.

Die geforderte Reaktivierung des ursprünglichen Eingangs der Frauenbadi und die Analyse der Frauenbadi von Albert Pfeiffer aus dem Jahre 1897 bildet die Grundlage für diesen Entwurf, der die Axialität der Frauenbadi wieder in den Vordergrund bringt. Durch die Ergänzung der Anlage mit einem Sauna-Floss sollen die architektonischen Grundprinzipien der Anlage gestärkt und für die Besucher erlebbar gemacht werden. Somit wird die sympathische Körpersprache des Frauenbades aufgenommen und mit den Einbauten der Sauna weiterentwickelt, ergänzt und verstärkt. Die geforderten Nutzungen sind entlang der Mittelachse aufgereiht, womit der Besucher vom Entrée des Eingangspavillons, welches auch als Bistro genutzt wird, zuerst über die seitlichen Treppen zu den Garderoben-Einbauten geführt wird. Von dort geht es zwischen den Wasserbecken entlang zum Ruheraum, welcher im Herz der Anlage im grosszügigen, bisher als Durchgangsraum genutzten Mittelbau liegt. Über einen neuen Steg erreicht der Besucher die Sauna, welche von Wasser umgeben auf einem Floss liegt. Die rechtwinklig abgedrehte Plattform verschränkt das Floss mit der Anlage und ermöglicht den Rundgang um die Sauna und das Abkühlen in der Mitte des Sees. Die Sauna wird somit zum Kontrapunkt, welche sich vom Bestand abhebt, aber mit ihm korrespondiert. Da der Wasserspiegel des Weiers im Winter abgesenkt wird, hat der Besucher dank des Flosses immer den direkten Bezug zum Wasser.

In Zusammenarbeit mit Schneider Lieberherr Architekten, Zürich
Denkmalpflegerische Expertise: Martin Schregenberger, St. Gallen 

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